Vom Vater zum Papa

in Mein Leben & Ich

Nur wenige Stunden hat es gedauert, kaum ein Herzschlag, dann warst du da, klein und unbeholfen, nackt und zerbrechlich, und doch so stark, dass du mit aller Kraft schreien und deine Lunge zum ersten Mal in deinem Leben mit Luft füllen kannst. Kaum einen Herzschlag später liegst du auf meinem Arm, entkräftet, müde, warm verpackt in eine Decke. Der Schlaf greift nach dir, zieht an deinen Gliedern, doch du wehrst dich, kämpfst gegen die Müdigkeit und endlich sind sie offen – deine Augen.

Zwei Augen so klar, so tief, so unergründlich. Weit aufgerissen, neugierig. Du zeigst keine Angst, keine Scheu, schaust mir direkt ins Gesicht.

Vater zu sein ist einfach. Ein einziges mal nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dazu braucht es keine Begabung, keinen Mut oder Gefühle. Pure Chemie. Vater zu sein bedeutet noch gar nichts. Das Leben zu schenken ist viel mehr Aufgabe und Privileg der Mutter. Als Vater bist du nur der Zündfunke im Getriebe. Klar ist der wichtig, aber eben auch nur in diesem Moment.

Erst was danach kommt, entscheidet darüber, wer und was du bist, wie viel du bist. Bleibst du der Zündfunke, oder wirst du zum Feuer? Doch was macht dieses Feuer aus? Was macht den Vater zum Papa?

Ein Papa ist da. Immer. Zu jeder Zeit, an jedem Ort, wann und wo immer er gebraucht wird.

Ein Papa sorgt sich, jederzeit, ein Leben lang. Er wacht über dich, am Tag und bei Nacht, hört auf jeden deiner Atemzüge, auf jedes Glucksen und Schnaufen, auf jeden Ton und auf jedes Wort.

Ein Papa beschützt dich, vor der Welt, vor den Menschen, vor allen Gefahren, die sich dir in den Weg stellen. Er ist wie ein Schild vor dir, neben dir, hinter und über dir.

Ein Papa lacht mit dir, spielt und tobt, macht sich zum Affen und versucht dir ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern, wann immer sich deine Mundwinkel senken.

Ein Papa weint mit dir, wenn du traurig bist, tröstet dich und gibt dir Hoffnung.

Ein Papa verzweifelt, für dich, wegen dir, wegen allem. Doch er zeigt es dir nicht, gibt dir Mut, kämpft mit dir, für dich.

Ein Papa wiegt dich, wenn du nicht schlafen kannst, kuschelt mit dir, wenn du Wärme brauchst, gibt dir Geborgenheit.

Ein Papa ist ein Vorbild, in jedem Moment. Er geht dir voraus, spricht und handelt wie er es von dir gern möchte.

Ein Papa akzeptiert und unterstützt dich, was du bist, was du tust, was du sein möchtest.

Ein Papa ist immer für dich da, wenn du Kummer oder Sorgen hast, wenn du Hilfe brauchst.

Ein Papa ist stolz auf dich, auf alles was du tust und erreichst.

Dein Papa liebt dich. Bedingungslos. Für immer. Egal was du sagst oder tust.

Vater zu sein ist einfach, doch Papa zu sein, das erfordert Mut, Einsatz, Tränen und Herz. Papa zu sein ist eine Anerkennung, eine Auszeichnung. Papa zu sein ist Glück.

Es wird noch einige Zeit dauern, bis du mich rufst, doch wenn es soweit ist:

Bitte, sag Papa zu mir.

Frank arbeitet als Frontend Web Entwickler in einem Startup und interessiert sich für alles, was mit Technik zutun hat. Design und Kochen sind weitere Leidenschaften. Das alles in Worte zu fassen, dazu braucht es eine Plattform. Willkommen auf SchiefGedacht!

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