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10. Februar 2012 - Kultur    Keine Kommentare

BREAKING: “Der Bachelor” – Alles nur Fake

Es war heute wieder einer dieser Momente, von denen wir wohl noch unseren Kindern erzählen werden. Wenn die Zeit stehen bleibt, alles rund herum unwichtig wird, man den Atem anhält und einfach nicht glauben kann, was man da sieht. Nun, zumindest für Viele. Ich musste weinen – vor Lachen.

Die “Bunte” hat auf ihrer Webseite einen Exklusivbericht zum aktuellen RTL-Spitzenformat “Der Bachelor” veröffentlicht, in dem eine bereits ausgeschiedene Kandidatin schwerste, ja geradezu ungeheuerliche Vorwürfe gegen den Sender erhebt. Alles nur Fake! Keine Liebe, alles falsch!

Aber beginnen wir ganz am Anfang. Im Januar startete auf RTL (meines Wissens nach) zum zweiten Mal “Der Bachelor”. Der Plot ist schnell erzählt: Ein gecasteter, gutaussehender, erfolgreicher und wohlhabendernJunggeselle sucht seine Traumfrau (auf RTL!) und 30 geld- und mediengeile Schla… – nein, wie war der Fachbegriff? Achja – gutaussehende, intelligente, junge Damen, bewerben sich dafür. 

Sinn der Sendung ist es nun, in Gruppen- und Einzeldates deren herausragende Tit… – man, was ist denn heute los – ihren wunderbaren Charakter aufzuzeigen. Der Bachelor vergibt dann Rosen und schickt die Unliebsamsten unter ihnen nach Hause.

So weit so gut, oder?
Nein! Die Insiderin erzählt, dass alle diese Frauen gecastete Models sind. Alle bis auf Anja, das ‘Walross’, wie sie im Haus genannt wurde, womit auch klar sein dürfte, wer gewinnt. Apropos Haus, dort waren doch tatsächlich überall Kameras. In einer FERNSEHSENDUNG! Hat den Damen natürlich keiner gesagt. Sie sind auch alle gar nicht so, wie sie in der Show dargestellt wurden. RTL, dieses verlogene Pack, hat ihnen doch tatsächlich Rollen auferlegt und die Aussagen entsprechend zusammengeschnitten, man stelle sich das mal vor. Nur auf Einschaltquoten aus, diese Geier. Die Seelen der armen Damen interessieren keinen.

Auch haben sie nur 3000 Euro bekommen, ganz egal wie lange sie das gemacht haben. Gut, bis auf diese Quelle, die bekommt von der Bunte auch nochmal ein hübsches Sümmchen.

Kommende Woche starten nun die Traumdates der drei Finalistinnen (die Paul selbstverständlich alle aus eigener Tasche bezahlt). Alles abgekartert! Nur um Sex ging es dabei. Sehr unglaubwürdig, wenn ihr mich fragt. Katja zum Beispiel, die seriöseste von allen, die zumindest linguistisch die komplette Staffel lang nackt und mit weit gespreitzten Beinen vor Paul saß, die kann doch gar nicht nur auf Sex aus sein.

Kaum war der Artikel publik, begannen im Freundeskreis, ja okay, auf Facebook, die Diskussionen. Vier oder mehr Leute haben mir – MIR – den Artikel geschickt und ich konnte die Tränen in ihren großen Prinzessinnenaugen geradezu fühlen. Wieso nur??? (ganz wichtig momentan, Emotionalisierung von Aussagen durch unendlich viele Satzzeichen. Merken!!!!!!)

Leute, wie kann man nur so naiv sein? Glaubt ihr auch noch, das Dschungelcamp ist wirklich in Australien? Das ist Fernsehn! Illusion. Theater, nur weit kulturloser. Man bekommt keine Zuschauer wenn man so einen Looser in die Diskos begleitet, auf der Suche nach einem genügend verzweifelten und/oder betrunkenen Mädchen, dass bereit ist, ihn zu nehmen. Da hilft es nur, die großen Prinzessinnenträume der Zuschauerinnen anzuzapfen. Mit Wahrheit macht man kein Geld.

Was den Bericht angeht, was haben wir in PR gelernt? Auch wenn es schlechte Nachrichten sind, man kommt ins Gerede und ich wette darauf, dass die letzten beiden Sendungen noch höhere Quoten haben, als bisher. Also? Aufgabe erfüllt, bravo RTL! :)

31. Januar 2012 - Kultur    Keine Kommentare

www.Leben-2.0.de

Als ich heute morgen aufgestanden bin, galt meine erste Bewegung meinem Handy, dem ich per Fingergeste zu verstehen gab, dass es dieses penetrante Weckgeräusch doch bitte lassen soll. Kurz die Augen reiben, der übliche “ich-will-weiterschlafen-Kampf” mit meinem Kissen und dann saß ich endlich. Es folgt das übliche Programm: duschen, Zähne putzen, Frühstück und dabei auf dem Tablet die aktuellen Nachrichten, Mails und Tweets lesen.

Und irgendwo zwischen den neusten Spiegel Online Meldungen und den Tweets von Bekannten schoss es mir dann durch den Kopf – bist du eigentlich dauerhaft online?

Die Frage mag durchaus trivial erscheinen, sind wir doch durch Handys oder zumindest VoIP Festnetztelefone zwangsweise immer online, aber sie ließ mich nicht mehr los.

So lange ist es noch gar nicht her als ich noch auf der Schule war und das Internet in unserem Haushalt gerade geschlüpft, da stand im Keller unten auf dem Schreibtisch meines Vaters so ein schräg fiependes und rauschendes Ding namens Modem, so groß wie ein Stück Butter. Unser erster Internetanschluss – huh war das toll. Ihr wisst schon, die Zeit ohne Facebook und so, damals war das Web noch Schwarz-Weiß.

Dank Zeitabrechnung hatten wir das Modem meistens aus und ich musste fragen, ob ich mal ins Netz kann. Nun war ich schon immer etwas, nun, sagen wir technik-affin und so wurde diese zentrale Frage zum festen Ritual nach dem Abendessen. Damals kam ICQ gerade groß in Mode und man konnte endlich mit Mitschülern chatten, denen man schon in der Schule nichts zu sagen hatte. Großartige Erfindung – das Gefühl, alleine vorm Rechner zu sitzen, war wie weggeblasen. Doch natürlich durfte ich nicht lange surfen und meistens genau im falschen Moment wurde die Verbindung wieder gekappt – Soziale Verbindung offline – blöd.

Außerdem wahr der Spaß fürchterlich lahm. Damals hatten die Browser noch Ladebalken, müsst ihr wissen. Und so lustige Namen. Internet Explorer war noch Standard, ein paar ganz nerdige Leute hatten Mozilla oder den Netscape Navigator und das Web war alles andere als dynamisch.

Dann kam ISDN ins Haus und man musste sich schon fast festhalten, so schnell ging alles – gefühlt. Verglichen mit Heute war die Verbindung noch immer grottig. Doch das hielt nicht lange denn bald strahlte es groß von allen Wänden: DSL!

Das hatte man dann einfach. DSL – Punkt. Bei uns hat es länger gedauert und als erstes kam eine 2000er DSL Leitung – mit Datenlimit. Ganze zwei Gigabyte (damals doch sehr große Datenmengen, von der Modemzeit ganz zu schweigen) konnten wir im Monat nutzen, dann kostete es extra und das saftig. Doch das war blöd, denn so langsam kamen Seiten wie YouTube, die doch schon arg an den 2GB zehrten und das Inklusivvolumen hielt oft nur 3 Wochen – blöd denn dann war für mich die Leitung tot (genau genommen schon vorher, die 2GB WAREN dann einfach erreicht). Einziger Ausweg: Ich brauch das für die Schule – es lebe hoch Google und Wikipedia.

Flatrate fragt ihr? Klar die gab es da schon, waren aber unbezahlbar.

Eine Zeit lang lebten wir so ganz gut, doch dann ging das einfach nicht mehr und die Flatrate hielt Einzug in unser Leben.

Keine Volumengrenzen, keine Zeitgrenzen, nix. Online immer und egal wie lange. Dazu kam das WLAN. Vorher nerviges Kabel verlegen quer durch das Haus, 2 Jahre später geht alles über die Luft – verrückt. Wie beim Telefon. Früher waren da Kabel am Hörer und es ging. Heute haben sie die Kabel weggelassen und es geht immernoch. Toll. (siehe Dieter Nuhr)

Und da sind wir also wieder zurück am Frühstückstisch mit dem TouchPad in der Hand. Allein für meine Wenigkeit hängen da sechs Geräte im WLAN. Handy und Tablet, Laptop, Desktop PC, PS3 und XBox – hat man einfach, ist normal. Gut die meisten davon sind aus. Aber das Tablet hat immer Netz – ist die schnellste Variante um nach neuen Mails zu schauen – oder Nachrichten, Videos, etc.

Vom Frühstück geht es in die Uni – Dauer-WLAN, ab und zu nach Mails schauen auf dem Tablet, per Handy schauen was es zum Essen in der Mensa gibt und während der Arbeit am Laptop schauen Outlook und Twitter natürlich auch immer nach dem Rechten. Dazu die Dauertabs in Chrome – Facebook, Google+, Hojoki, Wunderkit – Dauerinformation.

Der Stream ist Teil des Lebens. Oder ist es mittlerweile anders herum? Leben als Teil des Streams? Stream als Leben?

Was meint ihr?

07. Januar 2012 - Kultur    3 Kommentare

Vale, Gückel!

Ein frohes neues Jahr euch allen!

Doch das Jahr ging schon unschön los, zumindest für uns Chemnitzer. Was war da los? Unter dem Titel “Cui bono, Chemnitz?” veröffentlichte die taz online einen Artikel in ihrer Kolumne “Die Wahrheit” – eine Satirekolumne. Aus der Feder von Michael Gückel stammt der Report, der keiner ist, und beweist eindrucksvoll, wie schnell man als Journalist zumindest jobtechnisch Selbstmord begehen kann.

Nehmt euch die Zeit, lest den Artikel, es lohnt sich.

Über die offensichtliche Unwahrheit so ziemlich aller Punkte in dem Text möchte ich mich jetzt eben so wenig auslassen wie über die zumindest für mich recht dringliche Frage “Was will der eigentlich? Wo liegt sein Problem?”, denn streng genommen basht er zwar fleißig gegen Chemnitz aber das ohne jeglichen eigenen Standpunkt.

Viel interessanter ist da ein Punkt, auf den mich zwei meiner Dozenten hingewiesen haben:

Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Machwerks war die Webseite des Herrn Gückel nur so gespickt mit Referenzen, Empfehlungen und Selbstbeweihräucherung. Macht euch den Spaß, schaut selbst einmal drüber – nichts. Eine Startseite, das obligatorische Kontaktformular und das nötige Impressum. Ansonsten, gähnende Leere, wahrscheinlich als Folge der Lehre (und ich bitte dieses Wortspiel zu beachten), die er aus seiner Veröffentlichung ziehen durfte, denn eines ist ganz klar: die Aktion war ein arges Eigentor.

Update: Da die Inhalte bereits gelöscht waren, als ich den Tipp erhielt, kann ich den Wandel nicht direkt darstellen, aber die Way Back Machine hält einen Snapshot vom 15.05.2009 bereit, der den Unterschied recht gut darstellt. Hier der Link.

Grundsätzlich: Satire kann, darf und muss böse, gemein und ggf. auch richtig fies sein. ABER: Satire muss auch Witz und einen Sinn besitzen. Und an der Stelle liegt der arme Hase begraben, denn der Text strotzt zwar vor Gemeinheiten, aber keine davon ist auch nur im entferntesten witzig verpackt, es finden sich keine Wortspiele oder sonstige amüsante Textstellen. Pures Bashing ist peinlich, nicht aber Satire.

Mit seinem Artikel hat Herr Gückel also drei Dinge äußerst klargestellt:

1. Er hat keine Ahnung von seinem Fach, zumindest in diesem Genre.

2. Er hat keine Ahnung über Chemnitz, seinen Zustand oder seine Bürger, nur einen Hass den er aber nicht begründet.

und 3. Er ist nicht in der Lage, beides entsprechend einzuschätzen und erst zu ändern, bevor er solch einen Mist verzapft.

Wie die Reaktion auf seiner Homepage zeigt, war das Echo von Seiten der Chemnitzer aber sehr wirkungsvoll. Sofort verschwinden sämtliche Referenzen und ich kann den Druck von Seiten der Ausstellenden geradezu spüren, die nicht wollen, dass so viel, ich bitte vielmals um Entschuldigung, Blödheit auf sie zurückfällt.

So Leid es mir auch für ihn tut, aber die Aktion war wirklich dämlich Herr Gückel, lernen Sie daraus.

30. Mai 2011 - Kultur, Musik    Keine Kommentare

Rock und Roster in Radeberg

Das vergangene Wochenende war laut und basslastig, lecker und warm, kurzum: Festival.

Festival

Die Brauerei in Radeberg hatte zum großen Brauereifest geladen und wir folgten diesem Ruf, denn angekündigt waren vier Top-Acts. Hauptgrund für uns war der Auftritt von Luxuslärm, die ich schon sehr lange einmal live erleben wollte und ich kann sie nur jedem empfehlen, es lohnt sich.

Luxuslärm

Gewohnt herzlich und rockig sang sich Jini durch etliche Songs, von “1000km bis zum Meer” bis hin zu “Soll das etwa alles sein” und sorgte dabei für eine geniale Stimmung. Ja ich bin ganz leicht begeistert ;)

Als nächste Band standen Keimzeit auf der Bühne. Viele Lieder, die ich nicht kannte, aber fast ausnahmslos dem chilligen Stil von “Kling Klang” folgten. Nicht meine Musik aber durchaus gefälig.

Als sich die Sonne mitsamt der Temperatur schon langsam dem Abschied näherte, heizten Selig der Menge ordentlich ein.

 Selig

Angefangen mit schnellen, härteren Titeln wanderten sie aber schnell hin zu ruhigeren Nummern. Diesmal definitv meine Musik, aber etwas zu laut.

Culcha Candela

Den ‘krönenden’ Abschluss bildeten Culcha Candela mit einer vollkommen neuen Show. Nun, es ist so gar nicht meine Musik aber die Show war großartig. Sehr bunt, sehr gut durchgeplant, wirklich großartig und die Menge hat natürlich getobt.

Alles in allem wirklich ein klasse Abend und durchaus beeindruckend, was die Brauerei Radeberg da auf die Beine gestellt hat, vor allem für den geradezu lachhaften Eintrittspreis von 5 Euro. Selbstverständlich möchte ich keine Bierwerbung machen, zumal ich selbst keines trinke, aber ich werde nächstes mal definitiv wiederkommen und ich hoffe auch viele von euch dort zu sehen!

29. April 2011 - Kultur    Keine Kommentare

Royal Wedding Overkill

Es ist fürchterlich. Egal welcher Sender, welche Radiostation und sogar fast welche Webseite, nirgends kommt man vorbei an das Kate-und-William-Mania. Keiner hat mehr andere Themen, jeder will ein Stück vom Kuchen, da muss ich natürlich dabei sein. Nicht das es mich interessieren würde. Wenn es etwas gibt, dass mich tatsächlich noch weniger tangiert als Heidi Klums neue Hungerhakenbande, dann ist es definitiv dieses Theater, aber was will man machen, man kommt ja nicht dran vorbei.

Besonders RTL möchte ich hervorheben – in vollem Bewusstsein, dass ich das ständig tue – denn die Berichterstattung ist so herrlich kindlich idiotisch wie sonst selten. Moderatoren vergessen praktisch alles, was sie jemals gelernt haben. Das Kommentatorteam bestehend aus vier Experten überschlägt sich geradezu, plappert sich gegenseitig in die Sätze, ignoriert Gäste oder lässt sie nicht ausreden. Und jeder Fakt ist so wichtig! Wer durch welches Tor fährt, wie komisch es ist, dass dieser oder jener Gast erscheint, etc. Alles was man eben heute und in diesem Leben wissen muss.

In den USA sind gerade schlimme Naturkatastrophen mit mehreren hundert Toten. Schon gehört? Jaja, ich bin ja schon still. Oh mein Gott! Prinz William hat mir durch die Kamera zugewinkt!

Niedlich sind auch die Moderatoren direkt an der Straße. Wie ein kleines Kind freut sich die top ausgebildete Profiberichterstatterin, als William nach dem Aussteigen an der Westminster Abbey kurz zur Menge winkt.

Die Twitter-Server müssen wohl glühen denn die Themen #kate und #rw2011 (bedeutet Royal Wedding 2011) stehen international ganz weit oben in der Liste.

Was für ein Schauspiel. Was wird nur los sein wenn ich einmal heirate? Nicht auszudenken. Ich hoffe doch sehr, ihr werdet auch alle schon Monate vor der Trauung mit Zelten vor die Kirche ziehen. Danke schon mal.

 

30. März 2011 - Allgemein, Kultur    2 Kommentare

Kunst

Kunst, was ist das eigentlich? Jeder spricht darüber, alle wissen Bescheid, aber keiner kann es wirklich definieren – vor allem heute.

Früher war Kunst mal etwas außergewöhnliches, besonderes. Wenn jemand etwas konnte, was niemand sonst konnte, dann war das Kunst. Besonders gut malen zum Beispiel. Rembrandt hat große Kunst mit atemberaubend realitätsnahen Bildern geschaffen. Michelangelo schuf geniale Skulpturen, was seiner Kunst entsprach.

Heute ist Kunst anders, einfacher, wie alles um uns herum. Kunst ist heute nicht mehr zwingen besser, toller oder herausragender, sie ist schlichtweg anders.

Wenn Yoko Ono für Japan singt und mitten im Lied anfängt schief und schrill zu stöhnen, dann ist das Kunst. Wenn so ein Tapferes Schneiderlein Unmengen von Stoff dafür verschwendet, den Bundestag oder andere Gebäude zu verhüllen, was jede Fassadenbaufirma auch kann, dann ist das auch Kunst. Selbst der Fahrer des Citroën Xara Picasso heute vor mir bewies einen hohen Grad an Kunstfertigkeit, als er eine besonders freie Interpretation der gebotenen 30km/h zur Schau stellte – ZiSCH…

Gut, Beifall gab es nicht so viel, hat ja keiner groß gesehen. Bis auf mich wohl nur zwei Polizisten am Straßenrand und die verstanden leider so gar nichts von Kunst. Nach einem kurzen Feuerwerk aus der Zauberradarpistole durfte er dann auch bei dem vor Freude mit den Armen wedelnden Polizisten am Straßenrand anhalten und ein Papier überreichen – war wohl ein Autogramm.

Bleiben wir aber mal in der Malerei. Kunst ist heute zum Beispiel auch, eine gigantische Leinwand mit einem Klecks roter Farbe und zwei blauen Strichen zu verschönern. Da stehen dann hoch-/eingebildete Menschen in den Galerien und grübeln beim Betrachten des Kunstwerks, ob der Maler nun seinen verscleppten Ödipuskomplex verarbeitet oder auf das Leid eines kleinen Naturstammes in Süd-Ost-Afrika hinweisen möchte. Eins von beidem muss wohl dahinter stecken, hat er doch sekundenlang mit der 3€-Acrylfarbe auf der 5€-Staffelei herumgekritzelt, um dann mehrere hundert Euro für das Bild zu bekommen, das macht er ja nicht ohne Grund und am Geld kann es nun wirklich nicht liegen, Künstler machen sich nichts aus Geld.

Ich finde das ganze faszinierend. Grundsätzlich kann ja nun jeder Idiot Kunst schaffen, er muss nur genügend andere Idioten finden, die seine Fabrikate auch als solche erkennen und ihn entsprechend zelebrieren. In diesem Sinne möchte ich hoffen, dass genügend Idioten diesen Blog lesen und mein folgendes Kunstwerk auch entsprechend würdigen:

Meine Damen und Herren, ich darf ihnen präsentieren: Meine Kunstpause.

14. März 2011 - Kultur, Politik und System    2 Kommentare

Ein Plädoyer gegen Strom

Nun, da in Japan das Atomkraftwerk Fukushima I scheinbar kurz vor einer Kernschmelze steht, flammt natürlich auch bei uns die andauernd glühende Diskussion um den Ausstieg aus der Atomenergie wieder auf. Leider steht uns dafür aber die eigene Bequemlichkeit, beziehungsweise diverse andere Fakten im Weg. Hier einmal die Möglichkeiten:

Atomenergie: Ist ja sowieso blöd, weil extrem gefährlich. Auch wenn die großen Konzerne immer wieder beteuer, die Meiler wären ach so sicher und selbst im Falle eines Zwischenfalls wäre noch alles kontrollierbar, es hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass die Energiegewinnung durch Kernspaltung (noch) deutlich eine Nummer zu groß für uns ist, wenn auch sehr effektiv.

Muss also eine Alternative her. Da wären also:

Kohleenergie: An sich auch recht effektiv, benötigt aber eben Kohle, die früher oder später zur Neige geht und produziert außerdem Unmengen von Rußpartikeln, die Luft und Umwelt verschmutzen. Also auch blöd, wenn auch vergleichsweise sicher.

Windenergie: Nun, das wäre doch was, oder nicht? So ein Windkraftwerk steht in der Gegend herum und der Propeller dreht sich. Kein Rauch, keine Hitze, keine Strahlung – perfekt. Leider eben nur fast. Sie stehen eben in der Gegend herum und verderben damit die hübsche Landschaft (nicht so wie ein hübsches Atomkraftwerk, das schmeichelt ja geradezu der Natur rings herum). Außerdem sind sie laut – auch blöd.

Wasserenergie: Turbinen in den seichten Küstenregionen, die aus den Wellen Energie gewinnen, das wäre doch auch was. Ist nur leider schlecht für Fische und andere Meeresbewohner, auch wieder nicht gut für die Umwelt.

Sonnenenergie: Siehe Windkraftwerke. Auch die Solarkollektoren stehen großflächig in der Natur herum und sind dazu noch relativ ineffektiv.

Was bleibt da noch? Erdgas ist sehr explosiv, Erdöl wird alle und so tief kann man gar nicht bohren, damit aus Erdwärme brauchbar Energie gewonnen werden kann. Eigentlich können wir Strom nur abschaffen – ist aber auch wieder blöd, kann keiner mehr meinen Blog lesen und die Solarien müssen schließen.

Neue Ideen bitte an mich, bin gespannt, was euch so einfällt.

Fassungslosigkeit

Wer zur Zeit Nachrichten schaut, kann eigentlich nur noch weinen, jedenfalls mir geht es so.

In Eppendorf, nahe Hamburg rast ein 38 jähriger unter Einfluss von Drogen in ein anderes Auto, überschlägt sich mehrfach und überrollt einige Passanten. Acht Menschen lassen ihr leben, er gehört nicht dazu.

In Lybien schlachtet ein durchgedrehter Machthaber sein Volk nieder, weil es für seine Freiheit kämpft und geht dabei nicht nur gegen die “Rebellen” vor, sondern schlägt auch hart in Richtung der zivilen Bevölkerung – aus Versehen, ist ja klar.

Und wem das noch nicht reicht, der muss nur ein ganzes Stück weiter gen Osten, nach Japan schauen. Wer sich nicht vorstellen kann wie die Apokalypse aussieht, da habt ihr es live und in Farbe. Ein Beben, ein Tsunami, ein Vulkan bricht aus und Atomreaktoren gehen in die Luft. Zehntausende Menschen sterben alleine bei der Flutwelle, wobei noch lange keine genauen Zahlen zu nennen sind und keiner kann absehen, wie viele sich noch zu den Opfern gesellen müssen. Tritt die befürchtete Kernschmelze tatsächlich, gelangt so viel Radioaktivität in Luft und Boden, um ganze Landstriche unbewohnbar zu machen und Zigtausende ums Leben zu bringen.

Wenn ich das sehe, bin ich einfach nur fassungslos. So viel Leid und Elend, so viel Hoffnungslosigkeit und doch – es nützt ja nichts, es muss weitergehen, wie auch immer.

Fleißige RTL Schauer haben sogar noch einen weiteren Grund zum weinen. Einen, der uns wesentlich unmittelbarer betrifft. Liebe Leser, haltet euch fest, setzt euch lieber für das ultimative Drama: Anna Carina Woitschack ist raus bei DSDS. Ganz ruhig, weiter atmen, alles wird gut.

Ich entschuldige mich auf der Stelle und in aller Form, diese Belanglosigkeit in diesem Zusammenhang überhaupt angesprochen zu haben, aber es macht mich einfach nur wütend das es überhaupt und dann auch noch in diesem Umfang mehr oder weniger in einem Satz mit diesen Katastrophen genannt wird. Wen es interessiert, der hat das am Samstag Abend bereits mitbekommen, für alle anderen hätte auch eine kurze Randnotiz gereicht, aber das? Nunja.

Meine Gedanken und Gebete sind jedenfalls nicht bei Anna, sondern bei den Familien der Opfer aus Eppendorf, bei den tapferen Menschen in Lybien und natürlich bei den Japanern, ihr werdet das schaffen!

21. Februar 2011 - Kultur, Palm Pre, Technik    Keine Kommentare

(M)Ein Leben in der Cloud

Als MeKo Student sowieso, aber auch als halbwegs normaler Mensch ist das Internet natürlich ein nicht unbedeutender Teil meines Lebens geworden. Vor allem alles was so unter den Begriff “Web 2.0″ fällt ist zum Teil gar nicht mehr aus meinem Alltag wegzudenken. Ein wirklich guter Artikel von Sascha Lobo unter dem Titel “My work and life with the cloud” hat mich zum Nachdenken gebracht. Nachdenken darüber, wie tief diese Dienste wirklich schon in meinen Alltag eingearbeitet sind und was vielleicht auch für eine Gefahr darin steckt.

Schauen wir uns mal einen typischen Tag in meinem Leben an:

Mein Tag beginnt in der Regel gegen sieben Uhr morgens, wenn mein Wecker klingelt. Beim Frühstück geht der erste Blick auf das Handy. Mein Palm Pre ist ja gewissermaßen ein Cloud-Handy, denn viele Daten und Dienste werden in die Wolke ausgelagert, der Kalender zum Beispiel, denn alles was bei mir an Terminen anfällt merkt sich der Google Kalender. Dazu gehören aber nicht nur die Üblichen Termine. In insgesamt fünf verschiedenen Kalendern stehen sämtliche Geburtstage, Feiertage, Ferien und sogar der Wetterbericht für den jeweiligen Tag, alles automatisch synchronisiert wenn ich das WLAN aktiviere.

Die Zeit, die ich brauche um die Termine der nächsten Stunden und Tage zu erfassen, endet meist mit zwei kurzen Vibrationen des Palm, der in der Zwischenzeit meine EMails abgeholt hat. Die EMails liegen ja klassischerweise im Netz, eine bei Arcor, eine bei Google Mail, diverse Adressen von meinen Websites und eine von meiner Universität.

Dann geht es zur Uni, eine Strecke für die ich etwa 25 Minuten brauche, allerdings aus gutem Grund eine dreiviertel Stunde einplane. Dort angekommen, wie könnte es anders sein, wieder WLAN an. Dadurch bekomme ich zum einen nahezu ganztags meine EMails recht zeitnah und kann zum anderen auch schnell mal nach Informationen googlen wenn etwas unklar ist. Die Ergebnisse der Suche liegen natürlich meist bei Wikipedia, gewissermaßen die Bibliothek von Alexandria 2.0 mit Suchfunktion und Spenden-Button. Brauche ich etwas von meinen Studiendokumenten öffnet sich mittlerweile fast automatisch Dropbox, welches alle Dateien aus einem freigegebenen Ordner mit einem Online-Speicher synchronisiert. Der Client läuft neben dem Handy auch auf Netbook und Desktop PC, sodass ich nahezu immer und überall Zugriff auf meine relevanten Dateien habe.

Bevor die Seminare starten können muss ich mir natürlich noch einen Überblick verschaffen, was in der Welt so passiert. Dabei hilft mir NewsRoom, ein wirklich toller von sehr vielen RSS Readern, den es neben WebOS auch für Android, iPhone und WP7 gibt. Dieser beherbergt alle für mich relevanten Newsfeeds von Spiegel Online, der Zeit, DWDL, sowie von diversen Seiten rund um den Pre und einige Blogs. Um die schiere Informationsflut abzuschließen kommt dann noch Twitter ins Spiel. Früher habe ich dafür TweetMe genutzt, doch da das leider sehr langsam ist und auch scheinbar nicht mehr weiterentwickelt wird, bin ich nun zu Phnx umgestiegen.

Es vergeht der Tag mit Vorlesungen, Seminaren und dem Mittagessen in der Mensa und währenddessen blinkt mindestens einmal ein kleines, blaues Symbol mit einem “f” in meinem Benachrichtigungsbereich auf – Facebook – ein mittlerweile zentraler Punkt sozialen Miteinanders. Irgendjemand hat immer etwas zu sagen oder nutzt irgendeine der abertausend Apps, die ihm diese Funktion abnimmt und mich ihrerseits wenigstens darüber in Kenntnis setzt, dass der arme Kerl wirklich angefangen hat, Mafia Wars oder ähnliche Top Titel zu spielen – wichtige Informationen eben.

Nachmittags geht es nach Hause, noch einmal kurz in den Bus und EMails checken. Zuhause angekommen werden etwaige Hausaufgaben und ähnliches bearbeitet – am Netbook. Kaum eingeschaltet laufen wenigstens Outlook und Trillian. Outlook kümmert sich nicht nur um sämtliche EMail Konten sondern übernimmt auch die Aufgabe, sich um meine RSS Feeds zu kümmern und regelmäßig per TwInbox bei Twitter nach dem Rechten zu sehen. Natürlich synchronisiert es sich auch mit meinen Google Kalendern. Trillian bildet eine Art Kommunikatonszentrale und bündelt diverse Instant Messenger Konten von ICQ, MSN und Skype bis hin zu, natürlich, Facebook.

Für größere Aufgaben und Projekte nutze ich zur Planung ToDo-Listen. Ein sehr schönes Programm dafür ist Wunderlist, eine ToDo-Verwaltung, die sich zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren lässt. Leider gibt es dafür noch immer keinen Client für meinen Pre (6wunderkinder, wenn ihr das lesen solltet, da ist Nachholebedarf ;) ), dafür aber für iPhone und Android.

Nebenbei läuft Musik, zum Großteil von der Festplatte, aber zuweilen höre ich auch neue und unbekannte Lieder über Grooveshark, das es, besonders für Freistunden und längere Wartezeiten sehr praktisch, auch als App für meinen Palm gibt. Ab und an begeistert mich ein Titel und dann geht es ab zu Youtube und nach weiteren Titeln der Interpreten suchen.

Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu, Zeit bei TvTv nach dem heutigen Abendprogramm im Fernsehen zu schauen. Nebenher aufen weiterhin Outlook und Trillian, zeitweise auch XChat, ein IRC Client, über den ich mit Bekannten von WebOS-Internals neue Entwicklungen diskutiere. Von Zeit zu Zeit pflege ich dann auch meine Blogs, wie jetzt gerade, und sobald ein Eintrag fertig ist, wird er natürlich über Twitter und Facebook bekannt gemacht, damit ihn noch viele andere Leute lesen, die die gleiche Netzaffinität an den Tag legen wie ich.

Schlecht ist eben, wenn etwas schief geht. Sollte Google eines Tages beschließen, seinen Dienst kurzerhand einzustellen, sehe ich relativ alt aus, denn dann ist meine ganze Terminplanung hinüber. Gut, mein Handy merkt sich die Einträge lokal, aber ärgerlich wäre es trotzdem. Datenschützern treibt es wahrscheinlich die Tränen in die Augen, wo persönliche Daten überall verstreut sind und ich kann es nicht einmal widerlegen, aber so ist wahrscheinlich die Zeit. Und das wird noch schlimmer, denke ich.

Für den Moment bin ich glücklich mit der Situation.

Und ihr? Welche Dienste nutzt ihr? Worauf könnt ihr nicht mehr verzichten?

12. Februar 2011 - Allgemein, Kultur    2 Kommentare

Film Tip: Black Swan

Zur Zeit kommt man an diesem wohl nicht vorbei: Black Swan erntet Lob von allen Seiten. Grund genug für uns, doch einmal ins Kino zu gehen. Und schonmal vorweg: ich bin begeistert.

Der Film erzählt die Geschichte von Nina, einer jungen Balletttänzerin, deren Traum sich nach viel harter Arbeit endlich erfüllt, als sie in der Aufführung von Schwanensee die Hauptrolle als Schwanenkönigin bekommt. Doch die Freude währt nur kurz, denn die Geschichte des Stücks überträgt sich auf ihr eigenes Leben.

In dem Stück geht es um ein Mädchen in Schwanengestalt, den weißen Schwan, der sich unglücklich verliebt. Er trifft auf sein böses Gegenstück, den schwarzen Schwan, der ihm seine Liebe stiehlt und seine Seele zerstört. Am Ende begeht er Selbstmord.

Genau wie der weiße Schwan ist auch Nina, durch und durch gut, zerbrechlich, fragil. Doch die Rolle verlangt von ihr eine Metamorphose. Sie ist bestens geeignet den weißen Schwan zu tanzen, nicht aber den wilden, unkontrollierten schwarzen. Für sie beginnt eine turbulante Zeit, über die ich jetzt nicht weiter berichten möchte, schließlich sollt ihr den Film ja noch anschauen.

Für mich wirklich brilliant an dem Film ist die Umsetzung. Sie spielt nicht nur diese Rolle, sie fängt an sie zu leben. Mit teils wirklich harten Bildern wird dem Zuschauer gezeigt, wie zerissen und kaputt Nina zunehmend wird und wie ausweglos die Situation doch für sie ist – absolut sehenswert.

Ich kann nur jedem empfehlen, schaut euch diesen Film an und nehmt euch Zeit, darüber nachzudenken. Er taugt nicht als Unterhaltung nebenbei, aber wer sich wirklich damit befassen will, für den bietet er wirklich viel.

Von mir, 5 von 5 Sternen und Anschauempfehlung!

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