Kultur
3 Kommentare Vale, Gückel!
Ein frohes neues Jahr euch allen!
Doch das Jahr ging schon unschön los, zumindest für uns Chemnitzer. Was war da los? Unter dem Titel “Cui bono, Chemnitz?” veröffentlichte die taz online einen Artikel in ihrer Kolumne “Die Wahrheit” – eine Satirekolumne. Aus der Feder von Michael Gückel stammt der Report, der keiner ist, und beweist eindrucksvoll, wie schnell man als Journalist zumindest jobtechnisch Selbstmord begehen kann.
Nehmt euch die Zeit, lest den Artikel, es lohnt sich.
Über die offensichtliche Unwahrheit so ziemlich aller Punkte in dem Text möchte ich mich jetzt eben so wenig auslassen wie über die zumindest für mich recht dringliche Frage “Was will der eigentlich? Wo liegt sein Problem?”, denn streng genommen basht er zwar fleißig gegen Chemnitz aber das ohne jeglichen eigenen Standpunkt.
Viel interessanter ist da ein Punkt, auf den mich zwei meiner Dozenten hingewiesen haben:
Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Machwerks war die Webseite des Herrn Gückel nur so gespickt mit Referenzen, Empfehlungen und Selbstbeweihräucherung. Macht euch den Spaß, schaut selbst einmal drüber – nichts. Eine Startseite, das obligatorische Kontaktformular und das nötige Impressum. Ansonsten, gähnende Leere, wahrscheinlich als Folge der Lehre (und ich bitte dieses Wortspiel zu beachten), die er aus seiner Veröffentlichung ziehen durfte, denn eines ist ganz klar: die Aktion war ein arges Eigentor.
Update: Da die Inhalte bereits gelöscht waren, als ich den Tipp erhielt, kann ich den Wandel nicht direkt darstellen, aber die Way Back Machine hält einen Snapshot vom 15.05.2009 bereit, der den Unterschied recht gut darstellt. Hier der Link.
Grundsätzlich: Satire kann, darf und muss böse, gemein und ggf. auch richtig fies sein. ABER: Satire muss auch Witz und einen Sinn besitzen. Und an der Stelle liegt der arme Hase begraben, denn der Text strotzt zwar vor Gemeinheiten, aber keine davon ist auch nur im entferntesten witzig verpackt, es finden sich keine Wortspiele oder sonstige amüsante Textstellen. Pures Bashing ist peinlich, nicht aber Satire.
Mit seinem Artikel hat Herr Gückel also drei Dinge äußerst klargestellt:
1. Er hat keine Ahnung von seinem Fach, zumindest in diesem Genre.
2. Er hat keine Ahnung über Chemnitz, seinen Zustand oder seine Bürger, nur einen Hass den er aber nicht begründet.
und 3. Er ist nicht in der Lage, beides entsprechend einzuschätzen und erst zu ändern, bevor er solch einen Mist verzapft.
Wie die Reaktion auf seiner Homepage zeigt, war das Echo von Seiten der Chemnitzer aber sehr wirkungsvoll. Sofort verschwinden sämtliche Referenzen und ich kann den Druck von Seiten der Ausstellenden geradezu spüren, die nicht wollen, dass so viel, ich bitte vielmals um Entschuldigung, Blödheit auf sie zurückfällt.
So Leid es mir auch für ihn tut, aber die Aktion war wirklich dämlich Herr Gückel, lernen Sie daraus.
Schade, dass du das wirklich Neue an deiner Geschichte – die Veränderungen auf seiner Website – nicht zum Aufmacher deines Blogposts gemacht und mit Screenshots belegt hast. Das wäre ein wirklicher Mehrwert zur Diskussion, das habe ich noch nirgendwo anders gelesen.
Außerdem empfehle ich, die Links optisch stärker hervorzuheben, ich hab sie erst beim dritten Hinsehen bemerkt.
Trotzdem Danke für den Post!
Das geht durchaus, wenn auch nur über Umwege. Den Tipp habe ich leider erst erhalten, als die Inhalte schon entfernt waren, ABER:
Wenn du dir selbst einen Eindruck davon verschaffen willst, verweise ich mal an die Way Back Machine:
http://web.archive.org/web/20090515143700/http://www.gckl.de/
Der Snapshot ist vom 15.05.2009, nicht sehr aktuell aber der Kontrast zum aktuellen Stand ist doch recht stark.
An der Linkoptik werde ich noch etwas feilen, danke für den Tip!
Ich weiß, da hab ich’s mir auch angeschaut. Der Google-Cache ist sogar noch aktueller, speichert allerdings die Grafiken nicht: http://bit.ly/zal1Rg
Das war auch nur ein gut gemeinter Tipp, dein Blogeintrag hätte mit einem Screenshot (als Grafik, nicht als Link) wahrscheinlich mehr Leser (weil mehr Shares/Likes) gefunden.